Anime-Sinnkrise - Gibt es noch gute Anime?

Diskussion: Gibt es noch gute Anime? Hattet ihr schon einmal eine Anime-"Sinnkrise"?

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Anime-Sinnkrise - Gibt es noch gute Anime?

#1

Beitrag von Bearserk » 12.01.2020, 15:14

Ein provokativer Titel, der vielleicht sehr dramatisch klingt, aber:
Gibt es noch gute Anime? Wirklich herausragende Anime? Anime, die nicht nur "schaubar" sind, sondern einen wirklich fesseln.

In den letzten 1,5 Jahren ca habe ich immer wieder neu angefangene Anime gedropped und ab und an befürchtet, dass ich mein Interesse daran verloren hätte. Immerhin habe ich nur noch äußerst selten lange genug Interesse an einem Anime gehabt, um ihn fertigzuschauen.
Nach einem Blick auf MAL und meine gesehenen und gut bewerteten Serien habe ich gestgestellt, dass diese alle von 2018 oder früher sind. Für mich persönlich herausragend in den letzten Jahren waren:
Noragami (2015)
Boku dake ga Inai Machi (2016)
Made in Abyss (2017)
Violet Evergarden (Jän. 2018)
Yakusoku no Neverland (Jän. 2019)
und Shingeki no Kyojin


Meiner Meinung nach kommen so richtig herausragende Anime immer seltener heraus. Die meisten Serien sind nur noch Einheitsbrei, Neuauflagen und Variationen alter Themen. Wenn eine neue Season herauskommt und man einen Blick auf die neuen Anime wirft, kann schon einmal mindestens die Hälfte herausgefiltert werden, die einfach nur seltsam oder schlecht ist und in Folge auch immer mit unter 5 bewertet ist. Ein weiterer großer Anteil sind Fortsetzungen von altbekannten Anime, die vor ein paar Jahren herausgekommen sind und die jetzt nur noch gemelkt werden.
Das erweckt bei mir immer mehr den Eindruck, dass es einfach keine innovativen Anime mehr gibt, keine neuen "Bahnbrecher". Wurde wirklich schon jede Idee so ausgeschlachtet? Oder ist es eben einfacher für die Studios, weiterhin "variations on a theme" zu produzieren?
Ich denke bei herausragenden Meisterwerken oder zumindest wirklich prägenden Anime an Sachen wie Death Note, Nana, Monster, Evangelion, Berserk, FMA (Brotherhood).

Mir ist klar, dass das alles sehr, sehr subjektiv ist und ich sehe mich sicher nicht als "Anime-Elitist", der meint, nur Altes wäre gut. Wie gesagt, es gibt durchaus einige gute neue Ausnahmen. Aber die überwiegende Mehrheit besteht eben mMn nur noch aus "Fillern" oder Fortsetzungen und weitere "Animegenerationen-oder Genres-Prägendes" gibt es so gut wie nicht mehr. Sachen, die "wie eine Bombe einschlagen" und aus neuen Ideen basieren.

Wie seht ihr die Problematik?
Findet ihr überhaupt, dass diesbezüglich ein Problem besteht?
Und v.a.: ging es euch auch schon so, dass ihr ewig keine guten, richtig überzeugenden Anime mehr gesehen habt und dachtet, ihr würdet Anime einfach nicht mehr mögen?

Übrigens bezieht sich mein Text in erster Linie nur auf Serien, nicht auf Filme. Die sind eine eigene Geschichte :D



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#2

Beitrag von Ottarofan11 » 12.01.2020, 17:09

Um meine Antwort kurz zu fassen (ohne gemein klingen zu wollen :p):
Nein
Dein Gedanke kommt aber nicht von irgendwo und ist auch verständlich
Es stimmt zwar, dass früher sehr viel mehr gute Anime rausgekommen sind, aber ich würde nicht unbedingt behaupten, dass zb 2019 keine guten Anime hatte
Demon Slayer, Dr. Stone und yakousoku no neverland und Rising of the Shield Hero wären die besten Beispiele für Anime die bei den Leuten sehr gut ankamen
Ich denke dieser Gedanke kommt daher, dass es heutzutage nicht unbedingt daran liegt, dass nur "Trash-anime" kommen, sondern das heutzutage einfach sehr viel mehr Anime pro Season bzw. Im Jahr kommen
Ich hab extra dafür mal auf Myanimelist geschaut und hab spontan eine Season ausgewählt die vor 2010 war- bin bei der Winterseason 2008 gelandet
In der liefen (Fortsetzungen aus alten Season zähle ich nicht mit) 24 Anime
Dann hab ich mal die aktuelle winter Season 2020 angeschaut und habe über 40! anime gezählt - und genau das ist schon seit einigen Jahren der Standard bei den Seasons
Manchmal vielleicht weniger manchmal vielleicht mehr aber durchschnittlich sind es immer um die 40 Titel die jede Season laufen
Jährlich kommen wir also auf über 160 Anime die in einem Jahr laufen
Früher waren es jährlich knappe 100 wenn nicht weniger
Daher ich würde nicht sagen das keine guten Anime mehr rauskommen oder diese Zahl abgenommen hat, sondern das es einfach neben den neuen guten Titeln sehr viel Mist bzw. Sehr viele durchschnittliche Anime gibt
Was alte Anime angeht die gemolken werden in dem mehr Seasons veröffentlicht werden bzw sie weitergeführt werden (SAO, MHA, One Piece usw.) -
Es ist dasselbe wie in jeder Branche auch (bestes Beispiel wäre Gaming mit Fifa und Pokemon); wenns sich verkauft bzw. Angesehen wird, dann melkt man die Kuh bis sie stirbt xD
Anderes perfektes Beispiel wäre Naruto, wo der Manga eigentlich schon beendet ist, aber die Geschichte von einem anderen mit Boruto weitergeführt wird, nur um weiter geld zu machen
Es ist irgendwo schade, aber so funktioniert nunmal der Markt :/


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#3

Beitrag von Bearserk » 12.01.2020, 17:29

Es ist schwer ... ok, unmöglich ^^, eine allgemeingültige Antwort zu finden zu dem Thema, da es eben so sehr an subjektives Empfinden gebunden ist. Beispiel Demon Slayer: stimmt, es ist mit 8,90 extrem gut bewertet, also wirklich gut angekommen. Meiner persönlichen Meinung nach ist es trotzdem wieder ein typischer Shonen-Anime, der auf Tropes aufbaut. Eines der größten Probleme für mich ist, dass Anime-Charaktere meistens so vereinfacht werden. Es gibt kaum Charaktertiefe. "Moralischer MC A, der kämpfen eigentlich gar nicht mag und versucht, alles friedlich zu lösen und der dabei etwas ganz besonderes ist" kann locker durch "Moralischer MC B, C, D, E ..." ersetzt werden. Bestes aktuelles Beispiel- weil es auch in einem anderen Thread hier vorgekommen ist-, ist für mich Darwin's Game.

Die steigende Anzahl von Anime ist natürlich ein gutes Argument, mit der Masse kommt eben sicher auch vieles an Trash. Aber unter diesem Trash findet man trotzdem nur wenige bis gar keine Diamanten. Also für mich zumindest nichts, das Lieblingsanime-Potenzial hat.
Stimmt, in anderen Branchen ist es auch so, finde ich auch schade. Ich habe eigentlich die gleiche Meinung bei "normalen" Serien. Teilweise auch bei Büchern, da aber doch einschränkter.

Hinzugefügt nach 5 Minuten 40 Sekunden:
Bzgl Rising of the Shield Hero: ich sag dir was, ich gebe so einem Anime noch eine Chance xD Ich habe zurzeit sowieso keine Anime zu schauen (außer Babylon, und davon bin ich auch kein Fan) und ich hoffe, dass es meine Meinung ändert. Ich mag ja nicht alles generalisieren und hätte gerne, dass mich einer der von mir abgestempelten Anime einmal umüberzeugt.
Normalerweise sprechen mich solche Sachen alleine wegen der MAL-Synopsis schon nicht besonders an. In dem Fall, der erste Satz:
"The Four Cardinal Heroes are a group of ordinary men from modern-day Japan summoned to the kingdom of Melromarc to become its saviors."
Klingt für mich nach Isekai. Ich weiß, ist es offiziell nicht. Aber es borgt sich schon wieder altbekannte Isekai-Elemente aus und erinnert mich auf Anhieb zB an Grimgar.



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Beitrag von Ottarofan11 » 12.01.2020, 18:24

Rising of the Shield hero unterscheidet sich von anderen Isekai sehr, weil ... naja ich will nicht spoilern - schau einfach die erste Folge an, da weißt du dann eigentlich direkt, warum der Anime so anders ist :p
Darwins Game finde ich ganz in Ordnung und von der Idee sehr gut, habe aber die Befürchtung (diese Befürchtung ist dem Opening zuzuschreiben xD) das der Anime um einiges uninteressanter wird als ich gehofft habe bzw. Immer noch hoffe (ich wünsch mir das Darwins Game in Richtung Btoom geht, wegen des Openings glaub ich aber das aber nicht).
Zu Demon Slayer:
Verstehe was du wegen der monotonen Charaktere meinst, aber bei Shounen wird finde ich sowieso nicht so viel auf die Charaktere gelegt (Außnahme wäre da vielleicht noch My Hero Academia), sondern im Falle von Demon Slayer auf den Zeichenstil, der Soundtrack und (wer hätte es anders bei einem shounen erwartet xD) die Kämpfe.

Hinzugefügt nach 9 Minuten 55 Sekunden:
Daher schaue ich mir was Videospiele zb angeht eigentlich nur noch JRPGs an
Sie haben alle eine eigene Story und verschiedene Charaktere die im zusammenspiel viel verschiedenes ermöglichen
Bestes Beispiel wäre Die Trails Reihe: es gibt keine andere Spielereihe auf der Welt (zeig mir bitte welche, wenn du anderer Meinung bist bzw. Spiel die Reihe mal :p) die so viele verschiedene und vor allem interessante Charaktere besitzt und über die letzten 15 Jahre eine gigantische Welt erschafft hat (und immer noch am Worldbuliding dran ist)
Es gibt Hunderte von Charakteren mit individuellen Geschichten, die alle eine wichtige Kleine Rolle in diesem Riesigen Werk Spielen und jeder von ihnen ist einzigartig und interessant
... okay ich bin etwas vom Thema abgekommen xD
Aber ja eine solche Geschichte würde ich mir wieder wünschen (was ein gutes Beispiel mit grandioser Story und tollem Charakter/Worldbuilding wäre, wäre wohl Fullmetal Alchemist :p)


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Beitrag von HiranoSan » 12.01.2020, 18:37

Gibt es noch gute Anime?

Hmm . . . es stimmt schon das meine Bewertungen in den lezten Jahren im Schnitt niedriger ausgefallen sind, als damals als ich frisch mit anime anfing.
Einerseits kennt mann diverse Genre schon in und auswendig, oder mann hat einfach eine zu genaue Vorstellung vom Ideal. Auch die Anzahl der gesehenen Titel wirkt sich bei mir stark auf die Bewertung von neuen animes aus. (Etwas "neues" zu entdecken wird immer schwerer).

Ich bin selbst mal die letzen zwei Jahre überflogen, außer den bereits genannten animes gefielen mir noch ua:
Wotaku ni koi wa muzukashi (Otakus im Alltag mit ein bisschen Romance)
Kanata no Astra (Space, Action gute Story)

Mann kann die Entwicklung bei den animes auch gut mit gewöhnlichen Movies vergleichen. Für mich zum Beispiel sind sämtliche Marvel oder Star Wars Filme schon seit Jahren ausgelutscht, obwohl da immer noch Nachschub kommt. Das Beispiel im Gamingsector hat Ottarofan11 schon gut dargestellt.

Aber meiner Meinung nach gibt es noch immer gute animes, vielleicht sind diese schwerer zu finden als in den Jahren zuvor,
aber es gibt "Sie" definitiv noch.


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#6

Beitrag von Ottarofan11 » 12.01.2020, 18:41

Ja stimmt, das kommt ebenfalls dazu (komplett vergessen xD):
Wir kennen das einfach schon und es ist schwer mit etwas neuem bzw innovativen zu kommen


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#7

Beitrag von Hikito » 12.01.2020, 21:46

Ich bin auch der Meinung, dass die Qualität bzw. die Kreativität in den Werken abnimmt, aber nachdem ich meine MAL Liste angesehen habe, habe ich gemerkt, dass es doch noch einige durchaus Top Anime gibt, die aber eben in der Menge an Einheitsbrei untergehen.

Meine MAL Statistik sagt dazu folgendes: 2012, 2013, 2014 waren sehr starke Jahre mit einem Durchschnitt von über 6 (Bewertung).
2015 ein starker Abfall auf unter 5,7 und seither ein stetiger Anstieg, was sich aber wenn man genauer hinsieht mit einem Rückgang der gesehenen Anime erklären lässt. (Weniger Einheitsbrei, dafür nur ausgewählte Anime = bessere Durschnittsbewertung; macht Sinn)
2019 habe sage und schreibe NEUN Anime gesehen NEUN!!! Was die Bewertung von 6,25 erklärt.

Was anderes:
Demon Slayer war zwar unterhaltsam, aber ohne Nezuko wäre der Anime auch nicht besonders bekannt. Meiner Meinung mit 8,9 viel zu überbewertet, daher meine Bewertung 7(Tendenz nach unten).
@HiranoSan Wotaku ni koi wa muzukashii hat mir auch richtig gut gefallen xD und BTW coole Signatur

Hinzugefügt nach 4 Minuten 54 Sekunden:
Was man Shield Hero hoch anrechnen muss ist, dass die Serie stark anfängt. Blöderweise folgt der weitere Verlauf aber dem Konzept des stark anfangen, stark nachlassens :-/


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#8

Beitrag von Ottarofan11 » 13.01.2020, 07:51

Bei Shield Hero finde ich, wurde es gegen Folge 21 schlechter (nach dem Gericht) weil es dann finde ich etwas langweiliger wurde :p


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Beitrag von Bullshit » 13.01.2020, 16:35

Also mir geht es nicht anders, die meisten Anime die ich als "Meisterwerke" abstempeln würde, wurden vor längerer Zeit produziert.
Warum die heutigen Anime schlechter sind?
Vermutlich sind sie das gar nicht, nur kommen so viele Anime pro Season, dass man halt einfach schon "alles" gesehen hat und dadurch langweilt man sich eher.
Es gibt hin und wieder noch Ausnahmen, wo mich ein Anime mitreißen kann, meist lassen diese aber dann nach der Hälfte auch sehr nach und bleiben dann eher mit Bewertung "mäh" in Erinnerung.
Wenn man aber so drüber nach denkt, war das bei meinen Lieblings Anime nicht wirklich anders, Death Note, Mirai Nikki, One Piece,... Ausnahme ist Dragon Ball den lass ich mir nicht schlecht reden xD

Fazit, vl habe ich früher einfach netter beurteilt, weil ich weniger kannte.



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Beitrag von ot4ku » 19.01.2020, 22:44

Alles rund um "Psycho Pass" war das beste was es in den letzten Jahren wiedermal gab :D
Da gabs 2019 die 3. Season und auch noch die "Sinners of the System" Movies, super Jahr gewesen.
Ansonsten war Beastars Beastars extrem gut voriges Jahr und Youjo Senki, aber ist wie du sagst alles Ansichtsache. Psycho-Pass ist halt mein Highlight, mein ersatz für ghost in the Shell :).


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Beitrag von HiranoSan » 20.01.2020, 10:06

Hmm 2018 war ja noch Darling in the Franxx!
Der anime hat mich auch gefesselt 😁


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