Frauen gehören in den Haushalt!? (Kontroverses Thema)

Antworten
Benutzeravatar

Themenersteller
desint
Nerd
Nerd
Beiträge im Thema: 1
Beiträge: 2691
Wohnort: Bez. Kufstein
Erste Con: Aninite 2013
Kontaktdaten:
Frauen gehören in den Haushalt!? (Kontroverses Thema)

#1

Beitrag von desint » 16.04.2019, 20:33

Dann will ich die Büchse der Pandora mal aufmachen.
Also zum Thema:
...Die beiden sollen sich getrennt haben, weil sie verschiedene Vorstellungen hatten
Und zwar wollte er, dass sie besser gesagt daheim bleibt und auf Kinder usw aufpasst und nicht einen Beruf ausübt
Kurzgesagt er will das seine zukünftige eine Hausfrau ist, was heute ja eigentlich nicht mehr hier üblich ist
Wie gesagt, es gibt da noch einiges was im Hintergrund passiert ist, aber bis ich das alles geschrieben habe, haben wir schon den nächsten Morgen xD
Was haltet ihr von dieser Ansicht?

Ergänzung:
Offenbar ist die Meinung, der Mann ernährt die Familie und die Frau hat sich um den Haushalt und die Kinder zu kümmern, immer noch (zu) weit verbreitet.
Soweit ich weiß, ist diese Ansicht in bestimmten Kulturkreisen und speziell in Ländern mit stark religiös/konservativ geprägtem Alltag (Ich denke da etwa an den Iran, an Saudi Arabien oder Afghanistan) noch sehr dominant.
Meiner Meinung nach ist diese klassische Rollenteilung jedoch stark antiquiert und hat in unserer modernen Gesellschaft (zumindest als Teil des Weltbilds) nichts mehr verloren.

Natürlich macht es im Einzelfall durchaus Sinn und ist auch legitim, sofern beide Partner sich einig sind.

Außerdem gibt es ganz pragmatische Gründe, die für diese Aufteilung sprechen:
Zum einen ist es IMMER die Frau, die ihren Job - zumindest vorübergehend- pausieren muss, wenn der Storch vor der Tür steht. Solange Männer keine Kinder kriegen, wird sich dieser Umstand auch nicht ändern lassen.
Und andererseits verdienen Frauen im Schnitt leider immer noch weniger als Männer (fragt mich jetzt bitte nicht nach der Quelle), weshalb es finanziell oft sinnvoller ist, wenn die Frau in Karenz geht. Wenn man dann mehrere Jahre seine Karriere auf Eis gelegt hat, ist es wahrscheinlich nicht immer leicht, wieder ins Berufsleben einzusteigen und einen gut bezahlten Job zu bekommen.
Was meint ihr?

Da ich selbst Single bin, rede ich hier ohne eigene Erfahrung. Sollte ich Unsinn faseln, lasse ich mich daher gerne korrigieren.


"Friends don't dismember friends!"
(Apple)

Benutzeravatar

Bearserk
Spammer
Spammer
Beiträge im Thema: 1
Beiträge: 2374
Mood:

#2

Beitrag von Bearserk » 16.04.2019, 21:08

Danke fürs Erbarmen und Threaderstellen ;)

Ein sehr provokativer Thread-Titel ;)

Meine Meinung zu dem Thema:
Jedes Paar sollte für sich persönlich entscheiden, wie es den Alltag mit oder ohne Kinder oder im Haushalt meistern möchte. Das sollte meiner Meinung nach ganz nach persönlicher Präferenz und Praktikabilität geschehen.

Vielleicht mache ich mich jetzt bei der einen oder anderen (weiblichen) Person unbeliebt mit meiner Meinung, aber:
eine (klassische) Rollenverteilung ist objektiv betrachtet gar nicht mal so eine schlechte Idee.
Eine 40-Stunden-Arbeitswoche ist etwas sehr Anstrengendes, das Führen eines Haushalts und Kinder aber auch. Beides parallel bewältigen zu müssen, ist ein Kraftakt, den ich mir gar nicht vorstellen möchte. Da macht es schon Sinn, diese Aufgaben aufzuteilen. Hier kommt aber der komplizierte Part:
Ja, meist können Frauen letzteres meiner Meinung nach besser als Männer. Wie gesagt. Das ist nur meine Erfahrung, generalisieren möchte ich nicht.
Der springende Punkt ist in meinen Augen aber, warum das so ist. Wohl wegen der Gesellschaft und weil uns noch immer das Weltbild unserer Vorfahren nachhängt und Frauen weiterhin schon in jungem Alter zu sehr viel mehr Hausarbeit und Selbstständigkeit angehalten werden als Männer. Noch dazu erwartet die Gesellschaft ja nahezu, dass jede Frau ein vor Fürsorglichkeit nur so strotzendes Wesen ist, bei dem es einfach dazugehört, solche Sachen zu machen. Als läge uns das alles im Blut.
Wie oft habe ich Aussagen in die Richtung schon hören müssen ... von jungen Frauen im meinem Alter. Mir kommt vor, als würden einige Frauen das Muttersein und das Führen eines Haushalts als Hauptquelle ihres persönlichen Stolzes ansehen, sich darüber profilieren versuchen. Und damit stärken diese Frauen wiederum die ewige Spirale, den ewigen Kreislauf des: "Männer können Haushaltsbezogenes ja gar nicht, das müssen ja wir Frauen machen." *kicherkicherkicher"stellteuchvorwasmeinMannletztensgetanhatbeimGeschirrspülerausräumenthihi"*
"Na bevor der das wieder unordentlich macht, mache ich das lieber gleich gescheit."
"Für so etwas hat man als Frau einfach ein Gespür, das ist doch wohl normal."
Wtf?
Man könnte das Ganze ja irgendwie als selbsterfüllende Prophezeihung ansehen.
Buben werden nicht zu Haushaltstätigkeiten angehalten, Mädchen werden von klein auf mehr oder weniger subtil oder unbeabsichtigt in die haushaltsführende-/verantwortliche Rolle gedrängt, bis sie sich selbst wiederum nichts anderes vorstellen können und dasselbe mit ihren Kindern machen.
Unterm Strich:
Würden wir unsere Kinder anders erziehen, wäre es vielleicht keine Schande mehr, auch Hausmänner zu haben. Oder es käme zu einer tatsächlich fairen Rollenverteilung in Haushalt und Kinderbetreuung. Wenn jetzt noch Frauen besserbezahlte Jobs ergreifen könnten und nicht in die Mutter- und Hausfrauenrolle gedrängt werden würden: super.
Das Traurige ist ja, dass viele Frauen einfach keine Alternativen sehen. Werden schwanger, müssen, weil sie keine andere Wahl haben zu Hause bleiben, zumindest anfangs - und schon schaut es mit einer guten Ausbildung kompliziert aus. Also geht halt Mann weiterarbeiten, der ja schließlich nicht dem Baby zuliebe pausieren muss. Und der Kreislauf geht weiter, denn wie soll Frau denn jetzt noch einen Fuß in die (besserbezahlte, nicht-Aushilfen-)Arbeitswelt setzen?
Die ersten 1,5- 2 Lebensjahre eines Kindes als Mutter zu Hause zu bleiben, ist ja komplett sinnvoll. Allein aus physischen Gründen.
Danach steht mMn Paaren alles frei. Das Paar möchte einen ordentlichen Haushalt zu jeder Zeit und viel Zeit mit den Kindern haben? Ist eigentlich auch ein Vollzeitjob, also warum nicht: einer von beiden kann dafür ruhig daheim bleiben. Allerdings sollte das nicht immer nur die Frau sein und v.a. aus dem Grund, dass sie weniger verdient (weil sie nicht die Chance hatte, eine gute Ausbildung zu machen). Abwechselnd würde das auch Sinn machen.
Die ersten paar Jahre bleibt die Frau daheim, danach der Mann. Zum Beispiel.

Die Wall of Text tut mir Leid, ich habe mich wohl ziemlich in Rage geschrieben.
Meine persönlichen Erfahrungen in meinem Umfeld machen das Thema wohl zu einem sehr interessanten für mich ^^

Zu deinen Bekannten @Ottarofan11: die beiden waren wohl nicht kompatibel.
MMn ist es eine sehr antiquierte Ansicht eines Mannes, von der Frau zu verlangen, zu Hause zu bleiben. Auf Augenhöhe sollte man als Paar immer sein, aber wenn Mann solche Anforderungen stellt und es zu keinem Kompromiss kommen kann, wirkt es eben so, als würde er den angenehmen Weg durchs Leben suchen.
Nicht falsch verstehen. Den Wunsch danach zu haben, ist vollkommen legitim. Aber man sollte über diesen Wunsch diskutieren und die Ansicht und Vorstellungen seines Partners respektieren können.
Immerhin besteht immer die Gefahr, dass die Partnerschaft nicht hält und Frau kann sich dann nur noch auf genau zwei Dinge stützen: Ehegattenunterhalt und später Mindestpension. Für all die Jahre harter Arbeit. Dazu vielleicht noch die Verachtung der Gesellschaft, a la: "Hättest was Gscheits aus deinem Leben gemacht." Evtl ein schlecht bezahlter Aushilfsjob. Yay.

Tl;dr: Nein, Frauen gehören nicht in den Haushalt und wir müssen einiges in unserer Gesellschaft ändern.



Benutzeravatar

Jora
Digiritter
Digiritter
Beiträge im Thema: 1
Beiträge: 61
Wohnort: Steiermark

#3

Beitrag von Jora » 17.04.2019, 04:51

Ich finde an der Einstellung an sich nichts Schlechtes. Wenn der Mann genug verdient, sodass es für die gesamte Familie reicht und er zudem eine Frau gefunden ist, für die es völlig in Ordnung ist, den Haushalt zu machen und für die Kinder da zu sein, weil dies die Erfüllung ihrer Wünsche ist, dann ist das doch völlig in Ordnung. Ich denke, es gibt schon noch viele Frauen, die das im Grunde gerne so hätten, aber oft scheitert es daran, dass es heutzutage in der Arbeitswelt nicht mehr so einfach ist und dass der Mann im Endeffekt doch zu wenig verdient, sodass auch SIE wieder arbeiten gehen muss, selbst wenn sie lieber zu Hause bei den Kindern wäre. Ich kenne Fälle, wo es genau so ist.

Blöd isses dann natürlich, wenn nur ein Teil des Paares eine völlige Hingabe der Frau für die Familie will, der andere Teil jedoch die Vorstellung hat, dass beide arbeiten gehen. Und in sollen Fällen hat das Ganze dann wohl recht wenig Zukunft.

Pauschal zu sagen "Frauen gehören in den Haushalt" ist somit meiner Ansicht nach nicht richtig, aber für viele Familien ist das perfekt so, und so manch eine Frau ist glücklich damit. Und es soll eben für beide passen! Und das sagt grad ein überzeugter Single, der mit dem Haushalt nix anfangen kann (also ich bin definitiv keine Frau, die Hausmütterchen sein will ^^).



Benutzeravatar

sturmphoenix
Sailor Krieger
Sailor Krieger
Beiträge im Thema: 1
Beiträge: 230
Wohnort: Niederösterreich KO ehemalige WU
Erste Con: Aninite 09
Mood:
Kontaktdaten:

#4

Beitrag von sturmphoenix » 17.04.2019, 10:32

Na dann hol ich mal bissl weiter aus. Letztens hab ich im Zuge der Berichterstattung über 100 Frauenwahlrecht eine Szene von einen Straßeninterview gesehen ich schätze so aus den 60er Jahren wo ein alter Mann sagte "Die Frau gehört am Kochtopf". Da hat es mir die Haare aufgestellt, das widerspricht so dermaßen meinen Ansichten.
Frauen sollte alles offen stehen und keiner sollte ihnen vorschreiben was sie zu tun haben.
Das wir von diesem Ideal leider noch immer weit entfernt sind, ist zu Bedauern. So lange, wie vor mir schon erwähnt, Männer viel mehr Verdienen als Frauen, werden Sie in die Rolle der Kinderbetreuung gedrängt werden. Ich finde auch das der Karenzanspruch endlich gleich geregelt wird. Es sollte endlich möglich sein das es normal ist das Männer auch mal 2 Jahr in Karenz gehen um die Kinder zu betreuen. Das wichtigste ist das es die Wahlmöglichkeiten gibt. Ich hoffe ich erlebe das bald, den schließlich sind wir nur hier wegen unseren Mütter die uns auf diese Welt gebracht haben.



Benutzeravatar

Ottarofan11
SAO-Survivor
SAO-Survivor
Beiträge im Thema: 1
Beiträge: 1576
Wohnort: Wien; Donaustadt
Erste Con: Aninite 2015
Mood:
Kontaktdaten:

#5

Beitrag von Ottarofan11 » 18.04.2019, 03:24

Bei dem expliziten Fall gibt es vielleicht noch ein paar Erwähnungen:
Sie sind beide Österreicher und sind Christen
Es hat mich sowieso ziemlich überrascht das zu hören, da er sonst auch eher ein „Überflieger“ ist
Ziemlich beliebt, groß und gut gebaut, sehr sportlich, Ausgezeichneter Schüler (hat ein Fotografisches Gedächtnis) und sehr bodenständig, zuvorkommend und freundlich
Ich kannte ihn auch schon knappe 10 Jahre, weil wir recht nah bei einander wohnten und immer in Parrallelklassen waren
Aber ja jeder hat irgendwo seine Macken xD
@sturmphoenix wie desint schon sagte: bis die Männer Kinder bekommen können, wird das Problem wahrscheinlich auch noch lange vorhanden sein
Und da wollen wir was an den Gesetzen der Natur ändern
Aber auch direkt zu sagen, dass es unmöglich ist, ist auch etwas blöd
@Bearserk zu dem Schluss sind ein Freund von mir und ich gekommen
Es ist irgendwo ein netter Wunschgedanke, aber dem Partner aufzuzwingen, dass er nicht arbeiten gehen soll, ist einfach zu viel des Guten
Die Frage hierbei ist natürlich wieder: wie lange dauert das? So viele Probleme wie momentan vorhanden sind, ist es schwer überhaupt ein Ende zu sehen



Benutzeravatar

Saddy-chin
Pokemontrainer
Pokemontrainer
Beiträge im Thema: 1
Beiträge: 72
Erste Con: Aninite 2012

#6

Beitrag von Saddy-chin » 19.04.2019, 09:11

Ich finde generell es gehört kein Geschlecht irgendwo hin. Dass es sich so entwickelt hat, das ist schon verständlich. Und wie schon erwähnt ist es auch bei der Frau schwer.... Einige finden nach der Schwangerschaft nicht mehr ins Berufsleben rein. Oder kommen Teilzeit rein und sind dann mit weniger Stunden gefangen. (Ich arbeite tatsächlich mit einer Kollegin, die kam nach der Geburt ihres Sohnes nicht mehr in ein Vollzeit DV. Seit 15 Jahren)
Hinzu kommt leider, dass wenn es wirklich Thema ist wer Zuhause bleibt und die Kinder hütet bzw den Haushalt schmeißt und man die finanzielle Seite betrachtet, dann sind Frauen eher 'verzichtbar', weil Frauen ja generell in schlecht verdienenden Branchen arbeiten. Es gibt natürlich Ausnahmen, keine Frage.
Meiner Meinung nach sollte das abgesprochen werden. Wenn Frau den Haushalt macht ist es kein großes Problem für mich. Aber wenn es ihnen schon vorgelegt wird, wenn sie nicht einmal die Wahl haben sondern direkt in die Küche und zu den Kindern gestellt werden weil sich das jemand so vorstellt, das geht gar nicht. Was dann leider auch verschwindet ist, was für einen Wert die Hausarbeit hat. Das ist keine Selbstverständlichkeit und ich bin mir sicher einige Männer zeigen überhaupt keine Dankbarkeit... Und das nicht einmal mit Absicht.

Wenn ich mir jetzt zb die Situation vorstelle, wie der arbeitende Mann und die arbeitslose/teilzeit/Karenz Frau den Haushalt aufteilen, ist klar dass das nicht der Mann noch nach der Arbeit macht. Und selbst wenn die Frau wirklich den ganzen Tag zuhause ist, es ist schön wenn man zeigt 'Hey, du bist nicht alleine' und mal den Spüler einräumt oder die Wäsche sortiert. Man investiert keine Stunden, zeigt aber dass man Teil hat und... ja, es nicht ganz selbstverständlich nimmt.

(ich hoffe ich hab jetzt nicht zu wirrwarr geschrieben, Ich hab das getippt wies mir in den Sinn gekommen ist xD)


Bild


Antworten